Erstes Schulwiki zeigt wie wir vor Facebook das Internet als Pioniere ab 2000 in der Schule nutzten.

Diskussion Langer Weg

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Antwort von einem Verlagsleiter auf ein Angebot, um ein Online-Lernprogramm zu einem Themaheft zu erstellen:

"Wir haben festgestellt, dass die Lehrpersonen heute eher zuviel Material zur Verfügung haben, dass aber oft die Zeit fehlt im Unterricht alles einzubauen. Dies gilt vorallem für den Bereich Mensch und Umwelt. Ich bedanke mich trotzdem für Ihre Initiative und grüsse Sie freundlich"

Ernst Hofmänner Verlagsleiter Kant. Lehrmittelverlag St.Gallen


Ich habe mit viel Nachtarbeit Gratis-Online Programme erstellt. Das ging soweit dass ich Artrose erhielt (Mausarm / RSI-Syndrom) und die rechte Schulter mit einer Voll-Protese erstzen lassen musste. Die Nutzerzahlen zeigen, dass diease Programme sehr beliebt sind. Wenn ich nun diese Programme zu Herstellungskosten Lehrmittelverlagen anbiete bekomme ich nur Absagen! Hier einige Beispiele:

http://www.lernklick.ch/ueberblick.htm

Sehr geehrter Herr Streiff

Besten Dank für Ihre Anfrage. Ihr Produkt "Physik aha!" haben wir geprüft. Leider haben uns weder der didaktische Ansatz noch die technische Umsetzung wirklich überzeugen können. Zudem führen wir in unserem Sortiment bereits eine eigene Lernsoftware zum Physikbuch von Martin Frei, die durchaus auch zusammen mit anderen Physiklehrmitteln verwendet werden kann. Schliesslich zeigen die zahlreichen Animationen und Programme aus anderen Quellen, die sie in ihr Projekt eingebunden haben, dass für interessierte Lehrpersonen bzw. für Schülerinnen und Schüler im Internet bereits eine grosse Zahl freier Angebote verfügbar ist.

Aus den genannten Gründen ist der Lehrmittelverlag an einer Zusammenarbeit für ein Onlinelehrmittel für den Unterrichtbereich Physik nicht interessiert. Derzeit sehe ich auch keine Möglichkeit für andere Aufträge in dieser Art.

Ich wünsche Ihnen für "Physik aha!" trotz dieser Absage viel Erfolg.

Freundliche Grüsse Peter Bucher ______________________________ Peter Bucher, Projektleiter mbA / E-Medien Lehrmittelverlag des Kantons Zürich Räffelstrasse 32, 8045 Zürich


Guten Tag Herr Streiff

Ich bin Ihnen noch eine Antwort bezüglich den beiden Lern-CDs „Glarnerland“ und „Aha, Physik“ schuldig.

Für die Aufnahme von Lehrmitteln auf der offiziellen Lehrmittelliste des Kantons sind wir sehr restriktiv. Wir haben auf dieser Liste grundsätzlich nur obligatorische, alternativ-obligatorische und in begründeten Fällen auch empfohlene Lehrmittel. Ziel ist, diese Liste in kommenden Jahren eher schlanker als noch umfangreicher zu gestalten. Ihre beiden CD-ROMs werden also nicht auf der Liste der Kantonalen Lehrmittel aufgenommen.

Ich habe Ihre beiden CDs aber an Hanspeter Bolliger vom Didaktischen Zentrum übergeben. Diese sind aktuell an prominenter Stelle ausgestellt und können im DZ auch ausprobiert werden. Allfällige Bestellungen von interessierten Lehrkräften kämen direkt zu Ihnen. Allenfalls könnten Sie noch einen Werbe-Flyer mit den wichtigsten Infos und der Bestelladresse produzieren, der dann auch eine Zeit lang aufgelegt würde.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz und freundliche Grüsse

Urs Tschamper kanton glarus Departement Bildung und Kultur Abteilung Volksschule Gerichtshausstrasse 25 8750 Glarus


Schnittstellen definieren

Von: Markus Aus der Au Datum: 30.Aug.03 12:26

Text: Das Potential, welches ICT bietet, steht für mich ausser Frage. Bis zur flächengreifenden Umsetzung haben wir allerding noch einen langen Weg vor uns.

Nebst verbesserter IT Infrastruktur müssen nicht allein die Lehrkräfte motiviert und geschult werden, vor allem müssen Anstregungen gemacht werden, um methodisch didaktische Lerninhalte zu entwickeln, welche ohne immensen Aufwand seitens der Lehrpersonen im Unterricht eingesetzt werden können. Ausserdem meine ich, dass klare ICT Schnittstellen definiert werden müssen, an denen sich die Lernziele der einzelnen Schulstufen orientieren. Als Berufsschullehrer stelle ich fest, dass der Kenntnis- und Erfahrungsstand der Lehrlinge extrem weit auseinandergeht, von praktisch null Kenntnissen bis zu selbstverständlichem PC Einsatz in Beruf und Freizeit.


Betreff: Klare Lernziele

Von: Philip Arbenz Datum: 30.Aug.03 15:51

Text: > Als Berufsschullehrer stelle ich fest, dass der Kenntnis- und Erfahrungsstand > der Lehrlinge extrem weit auseinandergeht, von praktisch null Kenntnissen bis > zu selbstverständlichem PC Einsatz in Beruf und Freizeit.

Deshalb haben wir an unserer Schule (TAV) einen genauen 3-Jahresplan in der Informatik (Lernziele), die von allen Schülern erreicht werden sollten. Damit kommt kein Schüler (und natürlich auch Schülerin) aus der Schule, ohne ein gewisses Grundwissen. Leider sind die Lernziele im Lehrplan sehr schwammig, was die Sache nicht gerade erleichtert.

Philip Arbenz


Betreff: Re: Klare Lernziele

Von: David Gavin Datum: 30.Aug.03 16:48

Text: > Deshalb haben wir an unserer Schule (TAV) einen genauen 3-Jahresplan in der > Informatik (Lernziele), die von allen Schülern erreicht werden sollten. Damit > kommt kein Schüler (und natürlich auch Schülerin) aus der Schule, ohne ein > gewisses Grundwissen.

Wir wollten auch einen Lernziel-Katalog für unsere Schule aufstellen, aber der Widerstand von Seiten der Unterstufe war gross. Jetzt haben wir verbindliche Lernziele für die 3. bis 6. Klassen.

Die Lehrplanautoren standen vermutlich vor ähnlichen Problemen...


Betreff: Re: Schnittstellen definieren

Von: Andres Streiff Datum: 11.Jun.04 21:49

Text: > Als Berufsschullehrer stelle ich fest, dass der Kenntnis- und Erfahrungsstand > der Lehrlinge extrem weit auseinandergeht, von praktisch null Kenntnissen bis > zu selbstverständlichem PC Einsatz in Beruf und Freizeit.

Hier sehe ich die nächste Bombe! In Berufsschulen kommen Lehrlinge von verschiedenen Kantonen, Schulhäsern, und Schulklassen zusammen. Es wird Kinder geben, die ab dem Kindergarten in Schule und zu Hause mit dem Computer aufgewachsen sind, andere haben in der Schule im Extremfall immer Lehrkräfte erwischt, welche ICT meiden und hatten auch in der Freizeit nie ein solches Ding gesehen. Dass nun viele Primarschulen einsteigen, andere sparen, verstärkt das Problem in der Zukunft. Auch bestehen zwischen den Kantonen schon rein finanziell erhebliche Unterschiede.


>Weshalb wird der Computer trotz den bestehenden guten Angeboten im Durchschnitt noch nicht genügend in den Unterricht integriert? Zuerst einmal ist die Schule ein sehr komplexes, grosses und stark föderalistisch organisiertes Gebilde. Wie überall in grossen, komplexen Organisationen mit Tausenden von Mitarbeitenden braucht die flächendeckende Einführung von Neuem Geduld, Zeitgefässe, Energie und sehr viel Geld. Es entstehen bei Veränderungen neben Aufbruchstimmung auch Widerstände. Es braucht Motivation, Überzeugungsarbeit, Druck im Sinn von Verbindlichkeiten, damit nicht nur ein Teil der Lehrkräfte die Informatikintegration vollziehen. Der Schulalltag ist anspruchsvoller geworden. Einzelne Lehrkräfte sehen den Wert der Arbeit mit dem Computer in der Schule nicht, sie wird als zusätzliche Belastung empfunden.>

Mag sein. Erschwerend wirkt sicher, dass die Computer als solches, sowohl die Hardware wie die Software ständigen Aenderungen unterworfen sind. Und da immer den Ueberblick zu wahren ist für all jene, welche nicht als ausgesprochene Freaks dastehen bzw. angesprochen sein wollen, fast unmöglich. Also wird man nur das vermitteln oder nur dort mitreden können, wo man gerade selber am pröbeln ist. Und "pröbelnd" Schule erteilen, mag bei den Freaks auf Zustimmung und bei jenen, welche lieber nach dem Grundsatz "was ich schwarz auf weiss besitz, kann ich getrost nach Hause tragen" durchs Leben gehen, eher auf Ablehnung stossen.

PeterZüger?


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© A. Streiff, Oberstufenlehrer. Alle können eigenverantwortlich mitmachen, habt etwas Mut! last change: 3. Januar 2012