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Diskussion Langer Weg
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Antwort von einem Verlagsleiter auf ein Angebot, um ein Online-Lernprogramm zu einem Themaheft zu erstellen:
"Wir haben festgestellt, dass die Lehrpersonen heute eher zuviel Material zur Verfügung haben, dass aber oft die Zeit fehlt im Unterricht alles einzubauen. Dies gilt vorallem für den Bereich Mensch und Umwelt.
Ich bedanke mich trotzdem für Ihre Initiative und grüsse Sie freundlich"
Ernst Hofmänner
Verlagsleiter
Kant. Lehrmittelverlag St.Gallen
Ich habe mit viel Nachtarbeit Gratis-Online Programme erstellt. Das ging soweit dass ich Artrose erhielt (Mausarm / RSI-Syndrom) und die rechte Schulter mit einer Voll-Protese erstzen lassen musste. Die Nutzerzahlen zeigen, dass diease Programme sehr beliebt sind. Wenn ich nun diese Programme zu Herstellungskosten Lehrmittelverlagen anbiete bekomme ich nur Absagen! Hier einige Beispiele:
http://www.lernklick.ch/ueberblick.htm
Sehr geehrter Herr Streiff
Besten Dank für Ihre Anfrage. Ihr Produkt "Physik aha!" haben wir geprüft. Leider haben uns weder der didaktische Ansatz noch die technische Umsetzung wirklich überzeugen können. Zudem führen wir in unserem Sortiment bereits eine eigene Lernsoftware zum Physikbuch von Martin Frei, die durchaus auch zusammen mit anderen Physiklehrmitteln verwendet werden kann. Schliesslich zeigen die zahlreichen Animationen und Programme aus anderen Quellen, die sie in ihr Projekt eingebunden haben, dass für interessierte Lehrpersonen bzw. für Schülerinnen und Schüler im Internet bereits eine grosse Zahl freier Angebote verfügbar ist.
Aus den genannten Gründen ist der Lehrmittelverlag an einer Zusammenarbeit für ein Onlinelehrmittel für den Unterrichtbereich Physik nicht interessiert. Derzeit sehe ich auch keine Möglichkeit für andere Aufträge in dieser Art.
Ich wünsche Ihnen für "Physik aha!" trotz dieser Absage viel Erfolg.
Freundliche Grüsse
Peter Bucher
______________________________
Peter Bucher, Projektleiter mbA / E-Medien
Lehrmittelverlag des Kantons Zürich
Räffelstrasse 32, 8045 Zürich
Guten Tag Herr Streiff
Ich bin Ihnen noch eine Antwort bezüglich den beiden Lern-CDs „Glarnerland“ und „Aha, Physik“ schuldig.
Für die Aufnahme von Lehrmitteln auf der offiziellen Lehrmittelliste des Kantons sind wir sehr restriktiv. Wir haben auf dieser Liste grundsätzlich nur obligatorische, alternativ-obligatorische und in begründeten Fällen auch empfohlene Lehrmittel. Ziel ist, diese Liste in kommenden Jahren eher schlanker als noch umfangreicher zu gestalten. Ihre beiden CD-ROMs werden also nicht auf der Liste der Kantonalen Lehrmittel aufgenommen.
Ich habe Ihre beiden CDs aber an Hanspeter Bolliger vom Didaktischen Zentrum übergeben. Diese sind aktuell an prominenter Stelle ausgestellt und können im DZ auch ausprobiert werden. Allfällige Bestellungen von interessierten Lehrkräften kämen direkt zu Ihnen. Allenfalls könnten Sie noch einen Werbe-Flyer mit den wichtigsten Infos und der Bestelladresse produzieren, der dann auch eine Zeit lang aufgelegt würde.
Herzlichen Dank für Ihren Einsatz und freundliche Grüsse
Urs Tschamper
kanton glarus
Departement Bildung und Kultur
Abteilung Volksschule
Gerichtshausstrasse 25
8750 Glarus
Schnittstellen definieren
Von: Markus Aus der Au Datum: 30.Aug.03 12:26
Text: Das Potential, welches ICT bietet, steht für mich ausser Frage. Bis zur
flächengreifenden Umsetzung haben wir allerding noch einen langen Weg vor uns.
Nebst verbesserter IT Infrastruktur müssen nicht allein die Lehrkräfte
motiviert und geschult werden, vor allem müssen Anstregungen gemacht werden, um
methodisch didaktische Lerninhalte zu entwickeln, welche ohne immensen Aufwand
seitens der Lehrpersonen im Unterricht eingesetzt werden können. Ausserdem
meine ich, dass klare ICT Schnittstellen definiert werden müssen, an denen sich
die Lernziele der einzelnen Schulstufen orientieren.
Als Berufsschullehrer stelle ich fest, dass der Kenntnis- und Erfahrungsstand
der Lehrlinge extrem weit auseinandergeht, von praktisch null Kenntnissen bis
zu selbstverständlichem PC Einsatz in Beruf und Freizeit.
Betreff: Klare Lernziele
Von: Philip Arbenz Datum: 30.Aug.03 15:51
Text:
> Als Berufsschullehrer stelle ich fest, dass der Kenntnis- und Erfahrungsstand
> der Lehrlinge extrem weit auseinandergeht, von praktisch null Kenntnissen bis
> zu selbstverständlichem PC Einsatz in Beruf und Freizeit.
Deshalb haben wir an unserer Schule (TAV) einen genauen 3-Jahresplan in der
Informatik (Lernziele), die von allen Schülern erreicht werden sollten. Damit
kommt kein Schüler (und natürlich auch Schülerin) aus der Schule, ohne ein
gewisses Grundwissen.
Leider sind die Lernziele im Lehrplan sehr schwammig, was die Sache nicht
gerade erleichtert.
Philip Arbenz
Betreff: Re: Klare Lernziele
Von: David Gavin Datum: 30.Aug.03 16:48
Text: > Deshalb haben wir an unserer Schule (TAV) einen genauen 3-Jahresplan in der
> Informatik (Lernziele), die von allen Schülern erreicht werden sollten. Damit
> kommt kein Schüler (und natürlich auch Schülerin) aus der Schule, ohne ein
> gewisses Grundwissen.
Wir wollten auch einen Lernziel-Katalog für unsere Schule aufstellen, aber der
Widerstand von Seiten der Unterstufe war gross. Jetzt haben wir verbindliche
Lernziele für die 3. bis 6. Klassen.
Die Lehrplanautoren standen vermutlich vor ähnlichen Problemen...
Betreff: Re: Schnittstellen definieren
Von: Andres Streiff Datum: 11.Jun.04 21:49
Text: > Als Berufsschullehrer stelle ich fest, dass der Kenntnis- und Erfahrungsstand
> der Lehrlinge extrem weit auseinandergeht, von praktisch null Kenntnissen bis
> zu selbstverständlichem PC Einsatz in Beruf und Freizeit.
Hier sehe ich die nächste Bombe! In Berufsschulen kommen Lehrlinge von
verschiedenen Kantonen, Schulhäsern, und Schulklassen zusammen. Es wird Kinder
geben, die ab dem Kindergarten in Schule und zu Hause mit dem Computer
aufgewachsen sind, andere haben in der Schule im Extremfall immer Lehrkräfte
erwischt, welche ICT meiden und hatten auch in der Freizeit nie ein solches
Ding gesehen. Dass nun viele Primarschulen einsteigen, andere sparen, verstärkt
das Problem in der Zukunft. Auch bestehen zwischen den Kantonen schon rein
finanziell erhebliche Unterschiede.
>Weshalb wird der Computer trotz den bestehenden guten Angeboten im Durchschnitt noch nicht genügend in den Unterricht integriert? Zuerst einmal ist die Schule ein sehr komplexes, grosses und stark föderalistisch organisiertes Gebilde. Wie überall in grossen, komplexen Organisationen mit Tausenden von Mitarbeitenden braucht die flächendeckende Einführung von Neuem Geduld, Zeitgefässe, Energie und sehr viel Geld. Es entstehen bei Veränderungen neben Aufbruchstimmung auch Widerstände. Es braucht Motivation, Überzeugungsarbeit, Druck im Sinn von Verbindlichkeiten, damit nicht nur ein Teil der Lehrkräfte die Informatikintegration vollziehen. Der Schulalltag ist anspruchsvoller geworden. Einzelne Lehrkräfte sehen den Wert der Arbeit mit dem Computer in der Schule nicht, sie wird als zusätzliche Belastung empfunden.>
Mag sein. Erschwerend wirkt sicher, dass die Computer als solches, sowohl die Hardware wie die Software ständigen Aenderungen unterworfen sind. Und da immer den Ueberblick zu wahren ist für all jene, welche nicht als ausgesprochene Freaks dastehen bzw. angesprochen sein wollen, fast unmöglich. Also wird man nur das vermitteln oder nur dort mitreden können, wo man gerade selber am pröbeln ist. Und "pröbelnd" Schule erteilen, mag bei den Freaks auf Zustimmung und bei jenen, welche lieber nach dem Grundsatz "was ich schwarz auf weiss besitz, kann ich getrost nach Hause tragen" durchs Leben gehen, eher auf Ablehnung stossen.
PeterZüger?
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