|
Diskussion Integration
Veränderung (letzte Änderung)
(Autor, Normalansicht)
Hinzugefügt: 278a279,282
Betreff: Vorbereitung von Lehrpersonen auf den Computereinsatz
Von Fritz Gut: Datum 08.11.05
|
Betreff: Vertrauen schaffen
Von: René Boegli Datum: 29.Aug.03 10:34
Text: Computer sind in vielen Schulzimmern zwar vorhanden, werden aber zu wenig in
den Schulalltag integriert.
Wenn es darum geht, Kolleginnen und Kollegen für einen sinnvollen Einsatz des
Computers im Unterricht zu motivieren, dann ist das meiner Ansicht nach auch
eine Frage des Vertrauens. Noch ist dieses Vertrauen in die neuen Technologien,
in die Möglichkeiten und nicht zuletzt auch in die eigenen Fähigkeiten nicht
oder nur zum Teil vorhanden. Es gibt ja auch genügend Beispiele von Würmern
oder Server-Abstürzen, die nicht gerade dazu angetan sind, vertrauensfördernd
zu wirken...
Erst wenn eine offene Grundhaltung vorhanden ist, wächst auch die Bereitschaft,
sich mit der Computerwelt auseinanderzusetzen. Wie kommen aber Kolleginnen und
Kollegen in diesem Bereich zu einer natürlichen Offenheit, Neugier und
Unverkrampfheit, wie sie Jugendliche und Kinder eigentlich wie
selbstverständlich mitbringen? Wahrscheinlich nicht, indem ich ein
Softwarepaket von A bis Z bis ins letzte Detail erkläre, sondern zeige, wie man
relativ problemlos mit Maus und Tastatur umgehen kann. Ohnehin funktionieren
viele Programme praktisch nach dem gleichen Muster.
Wenn einmal Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten (und in diejenigen des
Computers) vorhanden ist, dann steigen auch die Chancen, dass die teuren Geräte
im Schulalltag besser integriert werden.
Betreff: Re: Vertrauen schaffen
Von: Barbara Weiss Datum: 29.Aug.03 16:47
Text: > Computer sind in vielen Schulzimmern zwar vorhanden, werden aber zu wenig in
> den Schulalltag integriert.
>Diese Aussage kann ich voll und ganz unterstützen. Ausserdem besteht bei
> vielen Lehrpersonen auch Angst vor der neuen Technologie. Lehrpersonen haben
> Angst "etwas kaputt" zu machen ; oder sie sehen den sinnvollen Einsatz des
> Computers im Unterricht noch nicht. Deshalb ist es wichtig an der Aus-und
> Weiterbildung der Lehrpersonen zu arbeiten.
Betreff: Re: "entweder-oder -haltung"
Von: Daniel Morf Datum: 29.Aug.03 17:04
Text: es scheint mir, dass ein grosser teil unserer schülerinnen und schüler viel
weniger probleme damit bekunden, die neuen ict-technologien einzusetzen als wir
erwachsenen. für sie ist es mittlerweile selbstverständlich, dass mit dem
computer gearbeitet (oder gespielt!) wird. es ist eine frage der zeit, bis sich
die "entweder-oder-haltung" erübrigt, denke man/frau nur an die anfänge der
taschenrechner zurück. ich glaube, es ist durchaus menschlich, neuem gegenüber
skeptisch zu sein.
der einarbeitungsprozess für uns und unsere kolleginnen und kollegen wird
hoffentlich u. a. durch uns (nach absolvierter ausbildung) etwas beschleunigt.
Betreff: Aeltere Lehrerkollegen
Von: Reto Meier Datum: 31.Aug.03 19:25
Text: Leider geht es bei älteren Lehrerkollegen nicht nur um pädagogische
Ueberlegungen, sondern schlicht auch um Angst oder sogar Desinteresse. Der
Gedanke ,ich muss sowieso nur noch 5 bis 10 Jahre arbeiten, und ich habe es
bisher auch ohne Computer geschafft, ist leider weit verbreitet, wobei das wohl
nicht nur im Bereich Computer ein grosses Problem ist.
Wie kriege ich die Kollegen dazu, die jedes Mal nach einem Comptertag hell
begeistert sind,dann trotzdem alles vergessen, sich mit der Klasse an die
Geräte zu wagen ?
Hat da jemand eine Idee, oder ist dieser Anspruch schlicht nicht erfüllbar ?
Betreff: Re: Aeltere Lehrerkollegen
Von: Andres Streiff [andres.streiff_adah03]
Datum: 31.Aug.03 21:06
Text: > > begeistert sind,dann trotzdem alles vergessen, sich mit der Klasse an die
> Geräte zu wagen ?
> Hat da jemand eine Idee, oder ist dieser Anspruch schlicht nicht erfüllbar ?
Da ich dieses Problem auch sah, habe ich mich mit weiteren Kollegen bei der
Lehrplanrevision eingesetzt, dass wir doch noch eine feste Stundenplanlektion
ICT für das Grundhandwerk in den ersten Klassen Oberstufe haben. Diese ist auch
im allerletzten Moment noch durchgekommen. So ist es möglich, dass solche
Stunden abgetauscht werden. Das ist nicht das Maximum an Integration aber
realistisch. Was soll ich singen geben wenn das ein Kollege viel lieber macht.
Wenn ich für mich, für die Kirche, für den Lehrerverein etc. schon eine
Homepage gemacht habe, gibt es mir nicht viel Vorbereitungszeit die auch noch
mit den Schülern zu machen. Müsste ich das alles nur für die Schule
vorbereiten, wäre das wahnsinnig.
Betreff: Re: Vertrauen schaffen
Von: Astrid Wymann [astrid.wymann_adah03]
Datum: 01.Sep.03 23:26
Text: > Computer sind in vielen Schulzimmern zwar vorhanden, werden aber zu wenig in
> den Schulalltag integriert.
>
> Wenn es darum geht, Kolleginnen und Kollegen für einen sinnvollen Einsatz des
> Computers im Unterricht zu motivieren, dann ist das meiner Ansicht nach auch
> eine Frage des Vertrauens. Noch ist dieses Vertrauen in die neuen
> Technologien,
> in die Möglichkeiten und nicht zuletzt auch in die eigenen Fähigkeiten nicht
> oder nur zum Teil vorhanden. Es gibt ja auch genügend Beispiele von Würmern
> oder Server-Abstürzen, die nicht gerade dazu angetan sind, vertrauensfördernd
> zu wirken...
>
> Erst wenn eine offene Grundhaltung vorhanden ist, wächst auch die
> Bereitschaft,
> sich mit der Computerwelt auseinanderzusetzen. Wie kommen aber Kolleginnen
> und
> Kollegen in diesem Bereich zu einer natürlichen Offenheit, Neugier und
> Unverkrampfheit, wie sie Jugendliche und Kinder eigentlich wie
> selbstverständlich mitbringen? Wahrscheinlich nicht, indem ich ein
> Softwarepaket von A bis Z bis ins letzte Detail erkläre, sondern zeige, wie
> man
> relativ problemlos mit Maus und Tastatur umgehen kann. Ohnehin funktionieren
> viele Programme praktisch nach dem gleichen Muster.
.....Beobachte ich Kinder am Computer, so fällt mir auf mit welcher
Selbstverständlichkeit die meisten, ohne Schwellenangst, ein neues Programm
erkunden. Gameboys und andere elektronische Spiele erleichtern ihnen den
Einstieg in die Computerwelt. Ich glaube auch, dass es an uns Erwachsenen
liegt, dass die Integration dieses Mediums nur stockend voran kommt. Vielleicht
sollten wir mehr Mut haben, die Jungendlichen einfach machen zu lassen und von
ihrem Wissen zu profitieren.
Betreff: Von Kindern und Jugendlichen lernen
Von: Peter Suter [peter.suter]
Datum: 04.Sep.03 12:44
Text:
> .....Beobachte ich Kinder am Computer, so fällt mir auf mit welcher
> Selbstverständlichkeit die meisten, ohne Schwellenangst, ein neues Programm
> erkunden. Gameboys und andere elektronische Spiele erleichtern ihnen den
> Einstieg in die Computerwelt. Ich glaube auch, dass es an uns Erwachsenen
> liegt, dass die Integration dieses Mediums nur stockend voran kommt.
> Vielleicht
> sollten wir mehr Mut haben, die Jungendlichen einfach machen zu lassen und
> von
> ihrem Wissen zu profitieren.
Meine These:
Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht nur (im
obigen Sinn) machen lassen sollten, sondern diese Art zu lernen öfters selbst
ausprobieren und vermitteln sollten.
Unsere Lernbiografien sehen aber meist so aus, dass wir zuerst beigebracht
bekommen haben, wie es geht und dann mussten wir es nachmachen und üben. Die
Zeit, wo wir z.B. als Kleinkinder ganz anders gelernt haben (sprechen z.B.) ist
vergessen.
Aus diesem Grund glauben wir nicht mehr so ganz richtig an die Wirksamkeit von
Entdeckendem Lernen. Freude am Lernen, Selbsttätigkeit hat fast ein wenig
abschätzigen Charakter - gilt als nicht so seriös.
Dabei ist diese Art zu lernen gerade am Computer eine Teil der Fasziniation,
welche die meisten von uns kennen.
Etwas provokativ:
Der Lehrer erstellt mit Freude und sehr kreativ ein Übungsprogramm, welches
dann die Schüler in langweiliger, repetitiver Art abspulen müssen.
Betreff: Widerstände
Von: David Gavin Datum: 04.Sep.03 14:07
Text: > Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht nur (im
> obigen Sinn) machen lassen sollten, sondern diese Art zu lernen öfters selbst
> ausprobieren und vermitteln sollten.
Mein Unterricht ist zu grossen Teilen auf entdeckendem Lernen aufgebaut. Obwohl
die Lernerfolge nachweisbar sind und ich auch von der Oberstufe positive
Rückmeldungen bekommen habe, muss ich meine Methode immer wieder vor Eltern
rechtfertigen, die sich nicht vorstellen können, dass ihre Kinder etwas lernen,
wenn ich es ihnen nicht vorgekaut habe. Das ist ermüdend, ehrlich!
(Wenn die Schulpflege in dieser Sache nicht hinter mir stände, würde ich es
wohl aufgeben...)
Meine Erfahrungen sind, dass die Kinder, wenn sie hart an der Grenze zur
Überforderung arbeiten (im Gegensatz zu dem, was man erwarten würde) nicht
abhängen, sondern mit Biss an der Sache bleiben und freiwillig Arbeiten
erledigen, denen sie sich entziehen würden, wenn ich sie ihnen vorschreiben
würde.
Der Coaching- und Organisationsaufwand meinerseits ist allerdings beträchtlich.
Betreff: Grosse Klassen sind ein Hemmer
Von: Thomas Stierli [thomas.stierli_adah03]
Datum: 04.Sep.03 22:09
Text: > ..., dass die Kinder, wenn sie hart an der Grenze zur
> Überforderung arbeiten [...] nicht abhängen, [...]
Es gibt Kinder, die sich bei offenen Arbeitsformen enorm ins Zeug legen. Das
ist auch bei uns so. Sie pröbeln, studieren, knobeln und werkeln bis zum
Umfallen. Bei Projektarbeiten, die relativ offen sind, ist das super zu
beobachten. Wir müssen uns aber sehr oft zusammennehmen, um in laufende
Prozesse nicht zu früh einzugreifen.
Einige Eltern sehen den "Leerlauf" allerdings nicht ein. Sie finden: "In der
Mittelstufe muss der Stoff im Mittelpunkt stehen." Wir alle wissen aber, dass
sich das am besten verankert, was man selber erfahren bzw. herausgefunden hat.
Auch am Computer stimmt das. Bei Erwachsenen merke ich manchmal, dass sie nicht
Zeit mit Entdeckungsreisen "verblätterlen" wollen. Das ist Kinderzeugs(!).
Vielmehr wollen sie gezeigt bekommen wies geht. Dafür wissen sie dann schon am
selben Abend genau das nicht mehr. Sie meinen folglich: "Ich komme halt nicht
so draus bei Computern. Bin ein bisschen zu blöd dafür."
> Der Coaching- und Organisationsaufwand meinerseits ist allerdings
> beträchtlich.
Der Aufwand für viele offenen Unterrichtsformen ist riesig. Es ist extrem
zeitaufwändig den Überblick nicht zu verlieren und vor allem allen gerecht zu
werden. Bei den Computerarbeiten sind wir zudem durch die Anzahl der Geräte
limitiert. Als Lehrer/Coach muss ich manchmal den entscheidenden Tipp geben
können oder auch mal etwas erklären. Egal, ob bei Computerarbeiten oder
anderswo. Mit 26 6.KlässlerInnen? komme ich aber als Coach mehr als ans Limit.
Die Lektionen und Tage sind einfach viel zu kurz.
Grosse Klassen sind ein echter Hemmer! Auch für die Integration von Computern
in den Unterricht.
Betreff: Re: Entdeckendes Lernen auf F1 und F2 umsetzen
Von: Andres Streiff Datum: 04.Sep.03 20:34
Text: > Meine These:
> Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht nur (im
> obigen Sinn) machen lassen sollten, sondern diese Art zu lernen öfters selbst
> ausprobieren und vermitteln sollten.
Das ist der springende Punkt! Unsere Aufgabe ist es diese These umzusetzen. Auf
der F1 Ebene heisst das: Machen lassen. Auf der F2 Ebene habe ich gestern im
Erwachsenenkurs blutige Anfänger, gezeigt wie man in den Menüs mit den drei
Pünktlein "gwündern" kann und nachher das Fenster abbrechen kann. Auch zeigte
ich Ihnen das Speichern und das Verlassen ohne zu speichern, wenn man ein
Durcheinander hat und die Rückgängigtaste. Dies wirkte sehr entkrampfend. Bald
fand eine Teilnehmerin heraus, wie man "Mit freundlichen Grüssen" übers Menü
einfügt und so gings weiter. Die älteren Teilnehmerinnen (keine Männer) hatten
bald Freude wie kleine Kinder. Anfangs Kurs war eine ältere Teilnehmerin (die
die wieder auf die Schreibmaschine umstieg) fast nicht davon abzubringen, dass
sie jeden Schritt genau aufschreiben wollte. Sie ging davon aus, dass man die
Befehle und die Oberfläche auswendig lernen muss.
Wir müssen vielleicht darauf hinweisen, dass das Spielen vom Kindergarten eine
wesentliche Voraussetzung ist, auch um mit ICT umzugehen, und dass man Kinder
nicht zu früh auf das nachhahmende Lernen trimmen soll.
Wir haben zwar sieben PC's im Schulzimmer. Leider sind sie nicht am Netz angeschlossen. Das Projekt "Schule ans Netz" ist allerdings am Laufen.
Betreff: Vorbereitung von Lehrpersonen auf den Computereinsatz
Von Fritz Gut: Datum 08.11.05
Es wäre besser, wenn jeder Schüler mit dem eigenen Computer kommen würde und somit keine PC's in der Schule verstauben würden.
VomZückerchenZumTäglichenWerkzeug
OrdnerDiskussion
|